UNTERUNS

ZU DEN GRUNDLAGEN UNSERES THEATERS

Die Tätigkeit in unserem Theater basiert auf Freiwilligkeit. Jeder der Mitwirkt tut das aus freien Stücken. Gewalt wird nicht toleriert.

Wir sind ein Ensembletheater. Die Leitung des Theaters unterliegt dem Ensemble als ganzes. Die Mitglieder des Ensemble genießen gleiche Rechte, gleichen Ausmaßes an den Produktionsmitteln des Theaters

Das Theater ist unser Tempel, seine Hallen sind Heilig. Wer sie gefährdet oder zerstört hat in ihnen nichts mehr zu suchen.

Die Bühne ist kein Ort, sondern ein Zustand.

Die Bühne ist Zustand totaler Möglichkeit und der völligen Entbehrung von Notwendigkeit

Auf ihr ist alles erlaubt und keiner gezwungen. Sie enthält jeden Wahn und allen Sinn.

Die Bühne ist nicht das Theater. Ein Theater ermöglicht die Bühne. Wer das Theater zur Bühne macht schürt misstrauen und gefährdet das Theater.

Das Theater ist ein echter Kontakt, es bildet seine eigene Geselligkeit, seine Rituale und einen Alltag aus. Ein Theater zu betreiben heißt also immer auch eine Gesellschaft zu bilden. Unser Theater ist also zugleich auch unser eigenes Gesellschaftslabor.

Das Theater als ganzes bildet den gesellschaftlichen Zusammenhang der es uns erlaubt unsere Phantasien auf der Bühne Gestalt annehmen zu lassen. Etwas erscheinen zu lassen das zuvor unwirklich sogar unmöglich war.

Hierfür braucht das Theater die Welt, unserer Kraft und unseren Willen.

Auf der Bühne stellt sich die Frage Warum, wie und was wir erzählen wollen?

Im Theater stellt sich die Frage Warum, wie und was wir miteinander sein wollen?

Im Theater ist nicht alles erlaubt noch frei von Notwendigkeit. Im Gegenteil. Alles unterliegt Beschränkungen, bleibt verbunden mit der Welt und ihren Gesetzen.

Die Notwendigkeiten und Beschränkungen so zu bewältigen, das die Verwandlung der Welt in die Phantasmen unseres Geistes möglich ist, bleibt und wächst, ist Handlungsgrundlage in unserem Theater.

Das Theater hat sich der Möglichkeit verschrieben. Es verringert das Müssen zugunsten des Könnens und kann so wieder den Gesetzen der Natur ein eigenes phanstisches Gesetz setzen.

Das Theater ist Überflüssig gerade darin besteht seine Stärke. Es ist mehr als ein krampfender Zwang. In ihm wird die Unendlichkeit unserer Vorstellungskraft sichtbar und damit auch die unser Entscheidung.

Ohne die Beziehung zur Welt ist das Theater einer entleerenden Beliebigkeit ausgesetzt. Willenlos, blind und willkürlich. Seine Wirkung wird dann ebenso sinnlos, ungesehen und beliebig bleiben.

Die Kraft Aller reicht nicht aus um der überwältigenden Phantasie auch nur eines einzigen Geistes gerecht zu werden. Im Theater kann immer mehr erreicht werden als erreicht wurde. Das liegt der Natur der Sache, denn unsere Vorstellungskraft ist stets größer als die Mittel, die uns zur ihrer Verwirklichung zur Verfügung stehen. Ensemble aber bedeutet die Kräfte zusammen zur ungeahnter Größe kommen zu lassen. Und diese befriedigende Übererfüllung im Eintreffen eines ungeahnter Zusammenspiels miteinander zu pflegen und weiter zu entwickeln.

Umso aufwendiger das Projekt, also umso mehr Kraft gebunden und geflossen ist, umso größer sollte die Demut der Künstler sein in deren Namen dieses ungeheure Werk entstanden ist.

Theater ist nicht die eine Kunst. Es ist mindestens jede Kunst. Es ist ihr Zusammenspiel. Nicht das eine oder andere, sondern das eine mit dem anderen. Mehr als Eins und mehr als die Summe seiner Teile. Das kosmische Theater besteht nicht aus einem Künstler, sondern bildet eine Gesellschaft. Es überlebt jeden Künstler und trägt ihn ins unendliche fort.